BASF verabschiedet sich von der AgroGENtechnik
Themen - Naturschutz
Geschrieben von: Ulrich Krumwiede   
Samstag, den 21. Januar 2012 um 18:27 Uhr

ARD Tagesschau 16. 01. 2012:

Unter der Leitung von Herrn Dr. Marcinowski zieht sich die Abteilung AgroGENtechnik des BASF-Konzerns aus Europa zurück und geht in die USA. Auch die gentechnisch veränderte AMFLORA-Kartoffel wird 2012 nicht mehr in Deutschland angebaut.

Herr Dr. Marcinowski sieht "die fehlende Akzeptanz für Gentechnik in Deutschland". Stimmt:

 

Dr. Stefan Marcinowski

BASF SE Ressort VII – E 100

67056 Ludwigshafen

 

TUM-Wissenschaftsmagazin „Faszination Forschung“, Ihr Brief vom 09. 02. 2011

 

Sehr geehrter Herr Dr. Marcinowski,

 

als Antwort auf meine Leserzuschrift vom 14. 01. 2011 zitieren Sie Studien, die einen unmittelbaren kausalen Zusammenhang zwischen den Selbstmorden indischer Kleinbauern und der Einführung von gentechnisch veränderten Pflanzen widerlegen. Wir müssen als Tatsache anerkennen, dass mit dem Anbau von gentechnisch veränderter Baumwolle die Selbstmordrate nicht drastisch gesenkt wurde. Ihr Vorhaben, „trockentolerante Maissorten zu entwickeln, die dann Kleinbauern lizenzfrei zur Verfügung stehen“ finde ich in diesem Zusammenhang einen Hohn, weil Sie die Abhängigkeit damit nicht aufheben.

Die BASF-Konzernideologie sehe ich in der überheblichen Wortblase, dass „Politik und Wissenschaft ... die Notwendigkeit, 9 Mrd. Menschen 2050 zu ernähren ... als Megathema erkannt haben“. Im Welternährungsbericht wird festgestellt, dass die ökologische kleinbäuerliche Landwirtschaft mit unserer Unterstützung dazu in der Lage sein wird.

Die Zerstörung der Lebensgrundlagen durch den nicht rückholbaren Anbau von gentechnisch veränderten Giftpflanzen besteht unter anderem in der Gefährdung des Bodenlebens, der Unfähigkeit, organischen Humus zu bilden und in der Behinderung des Navigationsvermögens der Bienen. Ich zitiere aus „Colony Collapse Disorder und genmanipulierte Nutzpflanzen“ von Peter Olson:

„Wissenschaft funktioniert nicht durch simples Verstehen der Zusammenhänge. ... Nur wenigen Menschen ist bewusst, in welchem Umfang das Ökosystem der Erde von der Biene abhängt.“

Damit ist auch eine nachhaltige „Armutsminderung ... durch gentechnisch verändertes Saatgut“ ausgeschlossen. Ob bei BASF Hopfen und Malz verloren sind, wird sich zeigen. Ich werde die Hoffnung auf das Gegenteil nicht aufgeben und verabschiede mich deshalb

 

mit freundlichen Grüßen

Ulrich Krumwiede

 

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