Agrogentechnik der BASF-Konzernideologie
Themen - Naturschutz
Geschrieben von: Ulrich Krumwiede   
Freitag, den 14. Januar 2011 um 18:00 Uhr

In der Zeitschrift "Faszination Forschung" vom Dezember 2010 kommt unter der Rubrik "Standpunkt" ein Befürworter der Agro-Gentechnik zu Wort. In einer wissenschaftlichen Zeitschrift finde ich die einseitige Darstellung eines Vorstandsmitglieds der BASF nicht angemessen, zumal unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen zu den gentechnisch "verbesserten" Pflanzen nicht existieren.

Herr Marcinowski wünscht sich eine "ideologiefreie" Betrachtung der "Pflanzenbiotechnologie". Ideologie ist immer das, was der andere hat. Tatsächlich finden sich in dem Artikel nur Argumente der BASF-Konzernideologie:

 

"Nie war das Nahrungsangebot so vielfältig, gesund und kostengünstig wie heute."

 

Ich finde es fragwürdig, ob wir mit unserem kostengünstigen Nahrungsmittelangebot und dem Export von billigem Fleisch so gut bedient sind. Die aktuellen Lebensmittelskandale belegen eher die Schattenseiten. Der europäische Import von gentechnisch veränderten Futtermitteln für die Massentierhaltung ist ein Skandal und kein Fortschritt.

 

Das Problem der Ernährung der Weltbevölkerung lässt sich bestimmt nicht dadurch lösen, indem gentechnisch veränderte "trockentolerante Maissorten" in Monokultur die trockenen Ackerböden zerstören. Das Ansinnen, diese Maissorten "Kleinbauern lizenzfrei zur Verfügung" zu stellen, ist ein Hohn. Wurden nicht über 100.000 indische Kleinbauern vom Saatgutkonzern Monsanto in den Selbstmord getrieben?

 

Nach meiner Kenntnis gibt es nur 1 Prozent und nicht "10 Prozent der weltweiten Ackerfläche mit gentechnisch verbesserten Pflanzen", jedenfalls, wenn wir die Ackerflächen in Kanada, auf denen kein gentechnisch veränderter Mais mehr wachsen darf, berücksichtigt.

 

Die "Innovationskraft" der Agro-Gentechnologie versagt beim Erosionsschutz der Anbauflächen und beim Problem der Bevölkerungsexplosion. Der Welternährungsbericht und der Weltagrarbericht belegen, dass die ökologische, kleinteilige Landwirtschaft eine Lösung ist, die unsere Unterstützung verdient.

Um der Ausbreitung der Wüsten und Trockenzonen nachhaltig entgegen zu wirken, gibt es mit der Schaffung von Grüngürteln positive Ansätze ("Grüne Mauer" in Afrika und z.B. groasis.com).

 

Ulrich Krumwiede

 

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