Roter Gries aus grüner Sicht mit Aktualisierung vom 31.03.2011
Themen - Naturschutz
Geschrieben von: Ulrich Krumwiede   
Mittwoch, den 05. Mai 2010 um 06:56 Uhr

Meldung am 31. 03. 2011:

Für die Siedler im Roten Gries zeichnet sich die Lösung einer Duldung unter der Voraussetzung ab, dass die Gebäude vor Hochwasser geschützt werden und beim Hochwasserschutz der Retensionsraum nicht beeinträchtigt wird.

Die Logik meiner ursprünglichen Textfassung hat sich also durchgesetzt:

Die Betroffenen im Naherholungsgebiet Roter Gries werden von der Stadt aufgefordert, die Lage in einem Überschwemmungsgebiet als juristische Tatsache anzuerkennen.

Folgerichtig müssten die politisch und juristisch Verantwortlichen Konsequenzen ziehen aus der Tatsache, dass ein lebensbedrohliches Hochwasser im Roten Gries auch die Tiefgarage am Theater als „Retensionsfläche“ in Anspruch nehmen wird.

Es gibt aber weder ein Sicherheits-Klappschott an der Einfahrt noch eine „Absiedelung“ der Tiefgarage. Ein Programm zur Entsiegelung von befestigten Flächen und zum Bau von Regenwasserzisternen, das dem Hochwasserschutz dienen würde, existiert in Ingolstadt ebenfalls nicht.

Eine weitere Tatsache ist der Zusammenhang zwischen der zunehmenden Hochwassergefahr und der Klimaerwärmung. Wie sieht es in Ingolstadt aber mit dem Klimaschutz aus? Zu den notwendigen Maßnahmen zähle ich die Verpflichtung zum ökologischen Anbau auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen im Eigentum der Stadt, Energiemischwälder zur Wurzelraumbildung, zur Naherholung sowie zur Erzeugung regenerativer Energie, die Verringerung des motorisierten Individualverkehrs mit attraktiveren Radwegeverbindungen, den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs ohne die Sperrung der Nord-Süd-Achse und eine Energiewende für Ingolstadt. Ich bin nicht zufrieden mit dem Platz 401 auf der Solarbundesliga, wobei Holz und Biogas noch gar nicht berücksichtigt sind.

Auch Naherholung ist ein positiver Beitrag zum Klimaschutz. Die Ökobilanz spricht für das Rote Gries. Die Biomasse, der geringe Anteil an befestigten Flächen und die Ruhe des Erholungsgebiets sollten beispielhaft sein für die Wohngebiete in Ingolstadt: Mehr Grün, mehr Weite und Freiraum statt Nachverdichtung, sowie ein wirksamer Lärmschutz aus einer lückenlos geschlossenen Bebauung entlang den Hauptverkehrsstraßen. Alle grünen Lösungsvorschläge liegen bereits auf dem Tisch, es fehlt den Verantwortlichen am Willen zur Umsetzung.

Ulrich Krumwiede

 

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