Grüner Antrag zur Theresienstraße
Themen - Stadtratsfraktion
Geschrieben von: Petra Kleine   

Zur Gestaltung der Theresienstraße, den Parkplätzen und der notwendigen Erreichbarkeit der Innenstadt haben die Ingolstädter Grünen nun einen Vorschlag erarbeitet und einen entsprechenden Stadtratsantrag gestellt. Vorausging eine gemeinsame Sitzung der Grünen Mitglieder mit Anwohnern, Arztpraxen und den grünen Mitgliedern des BZA Mitte sowie der Stadtratsfraktion.

Antrag und Begründung findet man hier als Download

oder gleich hier:

 

 

Theresienstraße

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Umgestaltung der Theresienstraße im Bereich zwischen Luftgasse und Poppenstraße sollte diesen Abschnitt mit seinen renovierten historischen Häusern zu einem Schmuckstück der Altstadt machen. Gleichzeitig wollte man Verkehrsprobleme lösen und die Aufenthaltsqualität erhöhen zusammen mit der Neugestaltung des Münsterumfeldes. Die Planungen am Münsterumfeld sind aus finanziellen Gründen mittelfristig auf Eis gelegt. Realisiert wurde lediglich die Neugestaltung des Straßenraumes, wobei weder das Ziel einer Verbesserung des fließenden wie auch des Parkverkehrs erreicht wurde. Die Situation ist aus Sicht der Anwohner gegenüber dem alten Zustand deutlich verschlechtert (stark erhöhter Parksuchverkehr tags und nachts). Auch die städtebaulichen Ziele einer Aufwertung des Straßenabschnittes durch Gestaltung von Platzsituationen und Sichtachsen auf das Münster bzw. in die historische Häuserzeile sind nicht erreicht worden, vor allem durch den mittig platzierten Parkstreifen, auf dem quasi prominent thronend die Fahrzeuge auf der aufgewölbten Fahrbahn stehen und die Sicht sowohl in die Stadt wie auch in Richtung Münster erheblich stören.

Eine Überarbeitung der Verkehrsregelungen ist in einem ersten Schritt dringend erforderlich. Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität sollten in einem zweiten Schritt folgen.

In diesem Zusammenhang stellen wir folgenden Antrag:

  1. Die Parkplätze auf dem erhöhten Mittelstreifen werden entfernt.
  2. Die Theresienstraße wird Einbahnstraße (stadteinwärts ab Goldknopfgasse).
  3. 10-15 Parkplätze werden auf der Südseite der Theresienstraße angeordnet (inkl. Behindertenparkplätze), im Bereich Konviktstraße/Goldknopfgasse und Poppenstraße.
  4. Tagsüber sind alle Parkplätze (außer für die Behinderten) auf der Theresienstraße nur für Kurzzeitparker (30 Minuten).
  5. Ab 19.00 Uhr bleiben die Parkplätze in der Theresienstraße ausschließlich Anwohnerparkplätze (bis 8.00 Uhr morgens).
  6. Das Linksabbiegen von der Bergbräustraße in die Kreuzstraße wird unterbunden.
  7. Die Einhaltung der Verkehrsregelung in diesem Bereich der Theresienstraße wird durch die städtische Parkraumüberwachung im ersten Jahr konsequent, vor allem nachts, kontrolliert. Der Stadtrat bekommt halbjährlich einen Erfahrungsbericht.

Begründung:

Zu 1.: Die städtebaulich unattraktive zugeparkte Sicht auf einen der schönsten Abschnitte der Altstadt wird wieder frei. Der unerwünschte, vor allem nachts fließende „Corso“ um die mittig geparkten Fahrzeuge und entlang der Lokale entfällt.

Zu 2.: Der von den Anwohnern am meisten beklagte Parksuchverkehr wird durch die Einbahnstraßenregelung unattraktiv, da das Ausfahren aus dem Quartier Zeit kostet. Die Möglichkeit mal schnell einen Blick auf einen eventuell vorhandenen Parkplatz zu werfen, entfällt.

Zu 3.: Die in diesem Bereich angesiedelten Ärzte, Geschäfte und auch Anwohner brauchen eine Mindestanzahl von Parkplätzen, um ihren Geschäften wie bisher nachgehen zu können. Für längeres Parken stehen fußläufig in 5 Gehminuten entfernt zahlreiche Parkplätze am Hallenbad und in Tiefgaragen zur Verfügung. Auf die platzartige Ausgestaltung des Straßenabschnittes zwischen Poppenbräu und Sausalitos wird vorläufig verzichtet, bis zukünftig die Umgestaltung des Münsterumfeldes realisiert wird.

Zu 4.: Mit der Beschränkung auf Kurzparkzonen erhöht sich die Frequenz der freien Parkplätze. Es ist möglich, einen gehbehinderten Patienten bei einem Arzt abzuliefern, schnell einen Einkauf zu tätigen oder einen Kaffee zu trinken oder als Anwohner kurz Einkäufe in die Wohnung zu bringen.

Zu 5.: Am Abend gehören die Parkplätze ausschließlich den Anwohnern. Die Besucher der Lokale haben ausreichend Parkmöglichkeiten in den Tiefgaragen und kostenlos am Hallenbadparkplatz. Der nächtliche Parksuchverkehr entfällt.

Zu 6.: Mit der Sperrung der Linksabbiegemöglichkeit wird die kurze Schleife in die Theresienstraße unterbunden. Der Parksuchverkehr wird unattraktiv.

Zu 7.: Das bereits derzeit bestehende Verbot für Nicht-Anwohner in diesem Straßenabschnitt nachts zu parken wird nicht kontrolliert, wie man an den Kennzeichen leicht ablesen kann. Gleiches gilt für das Verbot nach 20.00 Uhr durch das Kreuztor zu fahren. Auch tagsüber wird beidseits seitlich entlang der Theresienstraße geparkt, obwohl eigentlich nur Parkplätze auf dem Mittelstreifen ausgewiesen sind, offensichtlich ohne Konsequenzen. Durch dieses illegale, geduldete Parken erhöht sich die Zahl der vorhandenen „Parkplätze“ und somit auch die Attraktivität dort „vorbeizuschauen“.

Eine konsequente Kontrolle der Einhaltung der Verkehrsregeln ist in der ersten Zeit der Umstellung zwingend erforderlich, um einen Erfolg der Maßnahme zum Schutz der Anwohner vor den Belästigungen des Parksuchverkehrs zu gewährleisten.

Mit diesem ohne große Kosten realisierbaren Bündel von Maßnahmen lässt sich sowohl die verkehrliche wie auch die städtebauliche Situation deutlich verbessern. Den Anliegen von Anwohnern nach nächtlicher Ruhe und nach Erreichbarkeit der Innenstadt durch die Arztpraxen und Geschäfte wird durch die Kurzparkmöglichkeiten Rechnung getragen. Die Breite der Straße, die dann nur noch einseitig zu befahren und auf dem stadtauswärts gerichteten Abschnitt einseitig beparkt ist, vermittelt dennoch einen Eindruck von Großzügigkeit und hat viel Raum für Fußgänger, auch wenn sie im eigentlichen Sinne keine Fußgängerzone ist.

Eine Gesamtlösung für dieses Areal mit Platzgestaltung etc. ist sinnvoll erst möglich, wenn auch das Münsterumfeld neu gestaltet wird.

Mit freundlichen Grüßen

Angelika Wegener-Hüssen Petra Kleine Barbara Leininger

 

 

nach oben

© copyright by DMI Webdesign