Energiesparlampen - Kritik vom Umweltbundesamt und ÖKOTEST
Themen - Energie und Umwelt
Geschrieben von: Ulrich Krumwiede   
Donnerstag, den 02. Dezember 2010 um 17:22 Uhr

Energiesparlampen sind in meinen „Stromspartipps für den Haushalt“ nicht enthalten. Ich begrüße die Warnung des Umweltbundesamts vom 02.12.2010. Die folgenden Kritikpunkte muss ich ergänzen:

  • Die Belastung mit Quecksilber führt zur Gefährdung der Arbeiter bei der Produktion (China).
  • Das Lichtspektrum ist ungünstig und für Aufenthalts- und Arbeitsräume ungeeignet.
  • Die Belastung mit elektromagnetischen Feldern liegt zum Teil höher als bei einer Kathodenstrahlröhre (alte PC-Monitore).  

LED-Energiesparlampen werden in der Zeitschrift ÖKOTEST im November 2011 wegen des Gehalts an Quecksilber, elektromagnetischer Felder und teilweise ungünstigen Lichtspektren abgewertet:

http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=98893;bernr=01;co=;suche=LED

 

Hier ist der Originaltext des Umweltbundesamts in einer Kurzfassung:

Das Umweltbundesamt (UBA) warnt: Energiesparlampen können zu wahren Giftschleudern mutieren. Prüfer hätten neue Belege für die gesundheitsgefährdende Wirkung von Quecksilber aus zerbrochenen Energiesparlampen gefunden. Das giftige Schwermetall könne in die Raumluft gelangen und Bürger krank machen. In einer aktuellen UBA-Untersuchung heißt es, nach dem Bruch einer Energiesparlampe habe die Quecksilber-Belastung um das 20-fache über dem Richtwert von 0,35 Mikrogramm/Kubikmeter für Innenräume gelegen. Vor allem für Kinder und Schwangere eine bedenkliche Belastung. Wir sagen, wie Sie dennoch Energiesparlampen bedenkenlos nutzen können.

 

Die aktuelle Untersuchung entfacht eine neue Diskussion um die Sicherheit der ohnehin umstrittenen Lampen. Denn seit vergangenem Jahr zwingt die EU ihre Bürger zum Stromsparen - auch mit Hilfe von Energiesparlampen. Seit einem Jahr gilt etwa in Deutschland ein Verbot von Glühbirnen. Klare Glühbirnen mit einer Leistung von 100 und 75 Watt dürfen nicht mehr in den Verkehr gebracht werden. Energiesparlampen sollen sie ersetzen. Doch in den Stromsparbirnen steckt giftiges Quecksilber, das Gehirn und Nervensystem schädigt.

 

... die Verbraucher sollten den betroffenen Raum bei offenem Fenster und geschlossener Tür gründlich lüften. Am besten den Raum in dieser Zeit nicht betreten - Experten raten mindestens eine halbe Stunde Lüftungszeit. Die Reste der Energiesparlampe sollten dann mit einem Stück Papier aufgesammelt werden. Gummihandschuhe schützen vor Splittern und dem Kontakt mit dem Quecksilber. Wichtig: Die kaputte Lampe im Sondermüll entsorgen. ... Abschließend den Boden, auf dem die Lampe zerbrach, mit einem nassen Lappen reinigen. Ältere Untersuchungen ließen laut UBA erwarten, dass nach ordnungsgemäßer Beseitigung der zerbrochenen Energiesparlampe die Quecksilber-Konzentration im Innenraum wieder deutlich abnimmt.

Ulrich Krumwiede

 

 

Kommentare  

 
0 #1 Harry 2010-12-02 22:40
Ich kann einerseits diesen Bericht nachvollziehen und teile die angesprochenen Bedenken. Auf der anderen Seite haben wir in unserem Haus seit Jahren fast ausschließlich Energiesparlamp en - und jetzt auch LED Beleuchtung im Einsatz - uns ist noch nie eine Lampe zerbrochen (auch vorher eine Glühbirne oder Neonröhre (gleiche Gefahr) nicht. Und das Ziel der wesentlich besseren Effektivität (enorm viel weniger Wärmeentwicklun g/Verlustleistung ) können wir sehr deutlich an unserem Stromverbrauch ablesen.
Ich sehe die Energiesparlamp en als eine sinnvolle, wenn auch nicht perfekte "Übergangslösung " hin zu OLED Flächenbeleucht ungstechnik oder anderen ökologischen Techniken.
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