Sind Industriegerüche „ungefährlich?“
Themen - Energie und Umwelt
Geschrieben von: Ulrich Krumwiede   
Sonntag, den 31. Mai 2009 um 00:00 Uhr
Zeitung: Blickpunkt Wochenende
Titel: Sind Industriegerüche „ungefährlich"?
Bezug: Abgase der Raffinerie sind ungefährlich (DK 01.05.2009)
erschienen: Sonntag, 31. Mai 2009
Verfasser: Ulrich Krumwiede

 

 

Seit einem Monat haben wir es amtlich:
Die Abgase der Raffinerie sind ungefährlich (DK 01.05.2009)

 

Das Bayerische Landesamt für Umwelt LfU hat festgestellt, dass die erlaubten Obergrenzen deutlich unterschritten werden. Die Höhe der gesetzlichen Grenzwerte berücksichtigen neben der Gesundheitsvorsorge auch wirtschaftspolitische Interessen. Die Frage, ob mit den Belastungsgrenzwerten im Freien die komplexen Zusammenhänge der menschlichen Gesundheit ausreichend geklärt sind oder ob es vielmehr auf unerforschte Wechselwirkungen mit Schadstoffen aus anderen Quellen ankommt, hat ein Vertreter des LfU in einer Umweltbeiratssitzung der Sondermüllverbrennungsanlage in Baar-Ebenhausen einmal so beantwortet: „Wir sind eine Behörde.“ Und die verwaltet unsere Umwelt, indem sie jede einzelne Verunreinigung bürokratisch als zulässig abhakt, wenn sie nur innerhalb der gesetzlichen Grenzen bleibt.

 

Was heißt schon „ungefährlich“?

 

Unabhängig von dem Grad der Schädlichkeit haben unangenehme Gerüche einen negativen Einfluss auf unsere Gesundheit: Sie behindern unsere Tiefenatmung. In dem Zeitraum, in dem die Geruchsbelästigung anhält, leiden unsere Atemwege. Die Situation verlangt nach drei Lösungsansätzen:

 

An erster Stelle steht das Aufbegehren. Niemand darf sich in das Schicksal einer übel riechenden Umgebung fügen. Aufbegehren ist gesund. Ganz nebenbei bemerkt, kommen Behördenvertreter in der Regel nicht in diesen Genuss.

 

An zweiter Stelle steht die Vermeidung der vielen möglichen Schadstoffursachen. Wir brauchen die Energiewende, die uns aus der Energieversorgung mit Atom und Erdöl herausführt, und die ökologische Kreislaufwirtschaft, die uns vor der Sondermüllerzeugung bewahrt.

 

Drittens – und nicht zuletzt – empfehle ich die Auseinandersetzung mit den politischen Programmen sowie die Unterstützung und die Wahl derjenigen Partei, die dem Ziel einer ökologisch verantwortbaren Zukunft am nächsten kommt.

 

Ulrich Krumwiede

 

 

 

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