Biologische Farben für Holz und Putz
Themen - Energie und Umwelt
Geschrieben von: Ulrich Krumwiede   
Samstag, den 11. September 2010 um 15:57 Uhr

1. Naturholzoberflächen im Innenbereich

 

Holzverkleidungen von Decken und Dachschrägen können unbehandelt bleiben. Im Spritzwasserbereich werden sie geölt oder mit Naturharzöllasur gestrichen. Eine kostengünstige und schöne Lösung für Küchenarbeitsplatten, z.B. aus stabverleimtem Buchenholz, ist die Behandlung mit Olivenöl. Das Öl wird im Lauf der Zeit nicht etwa ranzig, sondern verbindet sich mit den Holzinhaltsstoffen.

Naturholzoberflächen sind hygienisch einwandfrei. Im Gegensatz zu Kunststoff können Bakterien auf Naturholz nicht überleben (Prof. Dean O. Cliver, University of Wisconsin-Madison 1993).

Für wenig beanspruchte Oberflächen, z.B. für Naturholztüren, empfehle ich ein weiches Bienenwachspräparat, das mit einem Baumwolllappen eingerieben und poliert wird.

Naturholzparkett und Massivholzdielen werden nach dem Schleifen mit Naturharz-Hartöl behandelt. Ich empfehle eine Mischung aus 1 Teil weißem mit 2 Teilen transparentem Öl.

 

2. Naturholzoberflächen im Außenbereich

 

Außenwandverkleidungen aus widerstandsfähigen Holzarten, z.B. Lärche, können unbehandelt bleiben und vergrauen. Maßhaltige Bauteile wie Fenster werden mit Naturharzöllasuren behandelt. Die Holzlasur muss als Lichtschutz mit Farbstoffen pigmentiert sein. Dabei lassen sich die Lasurfarbtöne untereinander mischen. Fensterflügel und Fensterstöcke sollten wegen der Gliederung in unterschiedlichen Farbtönen behandelt werden.

Aus den folgenden Gründen verwende ich ausschließlich Naturprodukte der „Sanften Chemie“:

Regional und dezentral nachwachsender Rohstoff, kurze Transportwege, Inhaltsstoffe vollständig deklariert, antistatisch, antibakteriell (Bienenwachs) diffusionsoffen.

 

3. Außenputz

 

Für den Fassadenanstrich am widerstandsfähigsten sind mineralische Silikatfarben, z.B. KEIM Granital od. gleichw. Alle mineralischen Farben sind stark alkalisch: Augen und Haut sind ebenso zu schützen wie Holzoberflächen und Fensterscheiben.

 

4. Innenputz

 

Für Kalkputze ist der Anstrich mit Sumpfkalkmilch ideal. Beim Abbinden wird Sauerstoff frei, die Oberfläche, die im Mikroskop wie ein zerklüftetes Gebirge aussieht, kann Schadstoffe katalytisch umwandeln. Auch Innensilikatfarben sind sehr gut geeignet. Von Dispersionsfarben – auch von Naturharzdispersionen – rate ich ab, weil sie einen Film bilden. Wenn das schon passiert ist, gibt es eine Hilfe, z.B. die Painit-Innenkalkfarbe von Rygol, die auch auf matten Dispersionsfarben haftet.

Auf einem weißen oder hellgrauen, mineralischen Untergrund lässt sich ganz einfach die Wischtechnik ausführen: Innen- und Außenecken mit Klebestreifen abkleben, Erdfarbenpigmente in Wasser einsumpfen und im Kreuzgang mit einer breiten Bürste transparent auftragen.

 

Ulrich Krumwiede

 

Kommentare  

 
0 #1 stefan büschleb 2011-11-15 08:07
hallo... kann ich naturholztüren auch mit olivenöl bzw. sonnenblumenöl behandeln ?

danke für schnelle antwort

gruß stefan
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