Biologische Bauweise für Schulen
Themen - Energie und Umwelt
Geschrieben von: Ulrich Krumwiede   
Donnerstag, den 22. Juli 2010 um 09:30 Uhr

Für Sanierung und Neubau der Ingolstädter Schulen sind zweistellige Millionenbeträge veranschlagt. Am Beispiel der PVC-Fenster und der geplanten zentralen Lüftungsanlage für die Schule an der Münchener Straße bezweifle ich, dass unser Hochbauamt aus den Fehlern der jüngsten Vergangenheit gelernt hat. 
Wissenschaftliche Untersuchungen führen eher zu traditionell bewährten Konstruktionen für Sanierung und Neubau:
Staub nicht mit Lüftungsanlagen in der Schwebe halten, Verringerung der Feinstaubaufwirbelung mit Wandheizsystemen, großes Luftvolumen in hohen Klassenräumen, Vermeidung von Schimmelpilzen mit rein mineralisch-alkalischen Farben, Absorption von Schadstoffen in der Raumluft mit katalytisch wirksamen Oberflächen, angenehme Raumakustik in Klassenräumen und Fluren mit rauen, Schall absorbierenden Wand- und Deckenoberflächen, Naturholz für die Fußböden, für alle Möbel und für Fenster und Türen. „Holz hilft dem Herzen“ (DONAUKURIER 01./02.05.2010), "die Holzumgebung wirkt beruhigend, entstressend und positiv auf das Kreislaufsystem". Naturholzoberflächen sind antistatisch und hygienisch einwandfrei. Gefährliche Mikroben haben auf Naturholz im Gegensatz zu Kunststoff keine Überlebenschancen (University of Wisconsin 1993). Holzbauteile lassen sich leicht reparieren und sind während des gesamten Nutzungszyklus CO2-neutral. Holzoberflächen werden mit Naturharzöl und nicht mit Kunstharz behandelt, Holzfenster können außen mit einer Aluminiumschale dauerhaft vor der Witterung geschützt werden.
Die Verwendung von Regenwasser aus einer Zisterne für die WC-Spülung ist nicht nur eine wirtschaftliche Überlegung bei steigenden Preisen für Trinkwasser. Ob und wann sich ein Heizsystem mit Holzhackschnitzeln oder ein Blockheizkraftwerk "rechnet", ist gegenüber einem wesentlichen Argument zweitrangig:
Alle ökologisch sinnvollen Maßnahmen schulden wir Schülern und Lehrern als ein Zeichen, dass wir - Architekten und Politiker - verstanden haben, was Nachhaltigkeit bedeutet.


Ulrich Krumwiede

 

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