Schimmelpilze in der Wohnung
Themen - Energie und Umwelt
Geschrieben von: Ulrich Krumwiede   
Freitag, den 05. Februar 2010 um 17:06 Uhr

Schimmelpilze in der Wohnung - was kann man tun?

  1. Ein wichtiger Tipp: Erde in Blumentöpfen mit einer 2 cm dicken Schicht aus Sand bedecken!
    Weil das Gießwasser die Sandschicht durchdringt und die Oberfläche schnell abtrocknet, kann hier der Schimmelpilz nicht wachsen.
  2. Eine mögliche Ursache für den Schimmelpilzbefall ist die Schwitzwasserbildung durch Taupunktunterschreitung. Die feuchte Oberfläche (Wand, Decke, Eckbereich, Fenster-Leibung) ist dabei kühler als die Umgebungsluft. Dazu kommt ein chemisch leicht saures Milieu (z.B. Kunstharz-Dispersionsfarbe) und eine Substanz, die der Schimmelpilz zum Wachstum benötigt. Wenn eindringendes Wasser als Ursache ausgeschlossen ist, können die folgenden Maßnahmen helfen:
    • Eckbereiche zwischen Wand und Decke ("geometrische Wärmebrücken") mit Hohlkehlen aus Kalkputz oder mit Silikatschaum-Plattenstreifen verkleiden
    • Silikatschaumkeile an Fensterleibungen hohlraumfrei aufkleben
    • Oberflächenbehandlung mit rein mineralischen, alkalisch wirkenden Farben
    Ich nenne hier noch einige Baufehler im Dachbereich, die als Ursachen für den Schimmelpilzbefall in Frage kommen:
    • Fehlstellen in der Winddichtung
    • Dachrandanschlüsse
    • Fensterbleche an Fensterstöcken
    • Mangelhafte Bauteil-Anschlüsse
  3. Bei einem rechtzeitig entdeckten und nur oberflächlichen Befall können die Flecken mit einer Bürste und Scheuermittel beseitigt werden. Die weitere Behandlung der Oberfläche erfolgt mit 70%igem Alkohol oder einer 5%igen Sodalösung aus der Apotheke. Anti-Schimmelmittel halte ich nicht für sinnvoll. Wenn sie Chlorverbindungen enthalten, sind sie sogar gesundheitsschädlich. Der Kalkfarbenanstrich (Punkt 5.) ist die beste Lösung, wenn zu wenig gelüftet wird und die Fenster luftdicht schließen.
  4. In gravierenden Fällen muss der Putz abgebrochen und der Untergrund ausgetrocknet werden. Der neue Aufbau erfolgt mit reinem Kalkputz und Sumpfkalkfarbe. Die zuverlässigste Methode, die auch gegen die Taupunktunterschreitung wirkt, ist das hohlraumfreie Aufkleben von Kalziumsilikatschaumplatten (z.B. Fabrikat epatherm). Sie verfügen über eine große innere Oberfläche, reagieren alkalisch, nehmen Tauwasser auf und fühlen sich trotzdem trocken an.
  5. Nach der Behandlung unter Punkt 3. wird die Oberfläche mit einem Kalkfarbenpräparat gestrichen. Beim Verdacht, dass Verfärbungen aus dem Untergrund "durchschlagen" könnten, muss noch ein Sperrgrund aufgebracht werden. Anschließend werden zum Beispiel mit der "Painit Innen-Kalkfarbe spezial" die grundierten und die umgebenden Bereiche behandelt, weil dieses Farbenpräparat auch auf einer matten Kunstharz-Dispersionsfarbe haftet.
    Nach der umfangreichen Sanierung unter Punkt 4. empfehle ich reine Kalkfarben, z.B. Fabr. HAGA oder den Sumpfkalkanstrich (Mischungsverhältnis Sumpfkalk : Wasser = 1 : 4), die nur für rein mineralische Untergründe mit Gipsanteilen von max 20% geeignet sind. Mit einem Kalkfarbenanstrich sind Sie in jeder Hinsicht gut bedient: Er dient als vorbeugender Schutz gegen (erneuten) Schimmelpilzbefall.

Die Kalkfarbe ist nahezu geruchlos und für Allergiker geeignet. Sie wirkt beim Abbinden desinfizierend, weil Sauerstoff frei wird. Kalk verbessert wegen seiner "inneren Oberfläche" das Raumklima. Nicht zuletzt: Kalkfarben und rein mineralische Silikatfarben eignen sich hervorragend für Lasur- und Wischtechniken mit Erdfarben-Pigmenten.

Weitere Tipps: http://www.architekt-krumwiede.de/15801.html

Ulrich Krumwiede

 

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