Biologisches Bauen
Themen - Energie und Umwelt
Geschrieben von: Ulrich Krumwiede   
Donnerstag, den 13. Dezember 2007 um 00:00 Uhr

Ein Baugebiet als „Menschenschutzgebiet“

Das biologische Bauen beginnt mit der Ausweisung von Baugebieten. In dieser Phase müssen Gesichtspunkte des Naturraums, der Topografie, des Grundwassers, der Überschwemmungsgefahr und die Entfernung zu Hochspannungs-Freileitungen berücksichtigt werden. Zu Gunsten einer Grünfläche („Grünanger“) werden die Flächen für Erschließungsstraßen und Parkplätze im Bebauungsplan so flächensparend wie möglich wasserdurchlässig befestigt. Naturschutzgebiete gibt es schon, jetzt gestalten wir auch Menschenschutzgebiete.
 

Regenwasserzisterne

Der Verbrauch von Trinkwasser wird mit einem Brauchwassernetz erheblich reduziert. Für die WC-Spülung, die Waschmaschine (3-Wege-Sys-tem) und für die Gartenbewässerung kommt das Wasser aus einer Regenwasser-Zisterne.

Die durchgrünte Siedlung

Die für Mensch und Natur verträgliche Form der Bebauung ist nicht die verdichtete Stadtwüste sondern die durchgrünte Siedlung. Diese Forderung steht bewusst im Gegensatz zu den ständigen Warnungen vor einer „Zersiedelung der Landschaft“ und eines übermäßigen „Landschaftsverbrauchs“. Die Warnungen sind berechtigt, weil in den letzten Jahrzehnten um unsere Städte ein hässlicher Siedlungsbrei entstanden ist. Die Verantwortlichen haben nun ein schlechtes Gewissen, schrecken deshalb vor einer großzügigen Ausweisung von Baugebieten zurück und bevorzugen das „flächensparende Bauen“.

Billig ist teurer als nachhaltig

Viele herkömmliche Baustoffe sind deshalb so billig, weil deren Hersteller nicht als Verursacher für die Umweltbelastungen und die gesundheitli-chen Auswirkungen aufkommen müssen. Was heute billig ist, kann uns morgen teuer zu stehen kommen. Zum Beispiel müssen die mit PCB belasteten Gebäude aufwändig saniert werden. Kunststofffenster und Abflussrohre aus PVC gefährden ebenfalls die Umwelt. Bei der Verbrennung und auf der Deponie entstehen aus dem Kunststoff PVC die gefährlichen Dioxine. Sondermüll am Bau ist vermeidbar. Baubiologisch orientierte Architekten haben der Gesundheit der Bewohner und dem nachhaltigen Bauen schon immer den Vorrang gegenüber kurzsichtigen wirtschaftlichen Interessen gegeben.

Baustoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

Die positiven Eigenschaften der Baustoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind noch nicht ausreichend bekannt. Eine günstige Materialwahl für die Baukonstruktion, sowie eine Oberflächenbehandlung mit Mineral- und Pflanzenfarben schaffen ein gesundes Raumklima mit positiven Auswirkungen auf die Gesundheit der Bewohner. Die Nutzung der nachwachsenden Rohstoffe ist für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft im Sinn der Agenda 21 von besonderer Bedeutung und steht im Gegensatz zur Ausbeutung von Rohstoffen und von fossilen Energiereserven.

Energiebilanz beim Bauen und Heizen

Die Klimaerwärmung ist Realität. Wir haben zwei gute Alternativen, die wir am besten mitein-ander kombinieren: Die Energieeinsparung und die Energiewende. Es gibt sowohl für die Sanierung als auch für den Neubau Heizsysteme, die sowohl Energie sparen als auch automatisch und CO2-neutral arbeiten. Die Brennstoffe sind Holzpellets, Holzhackschnitzel oder Pflanzenöl. Mit dem Holzpellets-BHKW wird Wärme und sogar Strom erzeugt. Kommunale Aufgabe ist die Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz. Sowohl bei der Wärmeversorgung als auch bei der Energiebilanz der Baustoffe muss der CO2-Kreislauf geschlossen werden.

Die gesunde Heizung

Die Übertragung der Heizwärme in unsere Aufenthaltsräumen ist für die Gesundheit unserer Atemwege von Bedeutung. Zum Beispiel schaffen Heizleisten oder die Wandheizung in den Aufenthaltsräumen eine Wärmehülle aus Strahlungswärme. Niemals die Luft aus Rohrleitungen in unsere Aufenthaltsräume blasen! Es ist ganz einfach: Nicht das Gebäude braucht Energie, sondern der Mensch braucht Wärme. Und zwar eine Wärme, die uns hilft, gesund zu bleiben.

Ulrich Krumwiede

 

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