Feinstaubemissionen der Brennstoffe
Themen - Energie und Umwelt
Geschrieben von: Ulrich Krumwiede   
Donnerstag, den 13. Dezember 2007 um 00:00 Uhr

FEINSTAUBEMISSIONEN DER BRENNSTOFFE
und Auswirkungen auf die Gesundheit

Zulässiger Grenzwert für kleine und mittlere Feuerungsanlagen

Gemäß der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung BImSchV 1997 beträgt der Grenzwert für kleine und mittlere Feuerungsanlagen: 150 mg Feinstaub pro Kubikmeter Abluft.* Dabei werden die verschiedenen Feinstäube in ihrer Gefährdung nicht unterschieden. Diese pauschale Beurteilung hält neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Auswirkungen von Feinstäuben auf die menschliche Gesundheit nicht stand. Außerdem halte ich die Bezeichnung „Immissionsschutz“ für eine Täuschung der Öffentlichkeit, weil die „Immissionen“ nur in ihrer Verdünnung mit Frischluft bewertet werden. Einfacher wäre es, die „Emissionen“ als absolute Schadstoffwerte zu begrenzen. Nicht nur für Innenräume, sondern auch für die Atemluft im Freien gilt: „Wo nichts reinkommt, ist nichts drin!“

 

Biogas und Erdgas

Es entsteht kaum Feinstaub im Abgas, aber in Abhängigkeit von der Qualität des Heizkessels werden wie bei allen anderen Brennstoffen auch Stickoxide (NOx) emittiert. „In Verbindung mit Blütenpollen bilden sich Nitroproteine, die beim Einatmen zu Allergien führen“ (Dr. Ulrich Pöschl, TU München, Februar 2005). Für die Umwelt und die menschliche Gesundheit schädlich sind auch: CO, CO2 ab 0,03 % RTL, SO2, SH3, CHx usw. Im Gegensatz zu Erdgas ist Biogas eine erneuerbare Energie und leistet einen Beitrag zum Klimaschutz. Erdgas ist ein fossiler Energieträger und trägt mit dem Klimagas CO2 zu Erderwärmung bei.

 

Heizöl

Bei der Verbrennung von Heizöl werden Abgase und Feinstaub in Abhängigkeit von der Qualität des Brennstoffs und des Heizkessels emittiert: Schwefelverbindungen, besonders beim Brennerstart die Krebs erzeugenden PAKs (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), Kohlenmonoxid und Stickoxide (Allergien). Das Umweltbundesamt (UBA) gibt im Februar 2003 für Feinstaub den Wert von 30 mg/m³ an, überwiegend PAKs, die auch in kleinsten Mengen gefährlich sind! Heizöl ist ein fossiler Energieträger und trägt mit dem Klimagas CO2 zu Erderwärmung bei.

 

Pflanzenöl

Kaltgepresst, naturbelassen und doppelt filtriert dient Pflanzenöl als Treibstoff für modifizierte Dieselmotoren in BHKWs. Für die Schadstoffbilanz gibt es keine Messungen und keine Werte. Die Feinstaubkonzentration schätze ich ein wie beim Heizöl. Im Unterschied zu Heizöl gibt es jedoch keine Krebs erzeugenden PAKs im Abgas! Der CO2–Kreislauf ist gechlossen. In Abhängigkeit von der Anbaumethode entstehen jedoch schädliche Klimagase. Weil dies bei der Jatropha-Pflanze nicht der Fall ist, sind auch ihre weiteren Vorzüge in der aktuellen Diskussion: Der Anbau von Jatropha (Strauch mit Purgier-Nüssen) als Heckenpflanzung schützt die benachbarten Ackerflächen für den Nahrungsmittelanbau vor Erosion, schafft in Trockengebieten die Voraussetzung zur Bildung von Grundwasser und gedeiht auch mit verunreinigtem Abwasser. Das Jatrophaöl eignet sich als Brennstoff für BHKWs, Dieselmotoren und als Zusatz für Flugzeugtreibstoffe.

 

Holzpellets

Presslinge aus naturbelassenem Holz, Säge- und Hobelspäne oder Waldrestholz (z.B. NAWARO-Pellets), 5 bis 20 mg Feinstaub pro m³ Abluft. *

Das ist neu: Der Feinstaub aus Holzpellet-Heizungen ist gesundheitlich weitgehend unbedenklich! Feinstaub aus Pelletheizungen ist 5- bis 10 mal weniger gefährlich als Ruß aus herkömmlichen Holzheizungen oder Dieselmotoren. Prof. Thomas Nussbaumer: „Der Staub wird in den menschlichen Atemwegen fast komplett aufgelöst und zeigt fast keine biologische Reaktivität.“ * Feinstaub ist eben nicht gleich Feinstaub. Denken wir nur an die Seeluft: Salzpartikel haben für unsere Atemwege sogar heilsame Wirkungen, obwohl es sich auch um „Feinstaub“ handelt.

 

Scheitholz und Hackschnitzel

Die Werte liegen zum Teil über dem zulässigen Grenzwert. * Die Optimierung der folgenden Faktoren verbessert die Ergebnisse erheblich: Trockenes Naturholz, Anheizen bei Luftüberschuss, Annäherung an eine kugelförmige Brennraumgeometrie, katalytische Verbrennung ab 400° C im Schamotte-Feuerraum. Bei gepressten Holzbriketts werden optimale Werte erreicht und der Feinstaub ist ähnlich unschädlich wie bei Holzpellets. Weil in Naturholz Spuren von Chlor, Brom und Jod enthalten sind, entstehen bei der Verbrennung auch Dioxine. In kritischen Mengen (TA Luft: max. 1ng/m³) werden sie aber nur freigesetzt, wenn Kunststoffe (z.B. das chlorhaltige PVC) als Brennstoffe dienen, was sich von selbst verbietet! Wer Kunststoffe herstellt, einbaut und verbrennt, erzeugt Dioxine!

 

Tiefenerdwärme

Umweltneutral ist Stromerzeugung und Nahwärmenutzung aus Tiefenerdwärme (z.B. Unterhaching 2007).

 

* Quelle: reform-rundschau, Bad Homburg, Mai 2007, www.reform-rundschau.de

 

Ulrich Krumwiede

 

Kommentar schreiben


 

nach oben

© copyright by DMI Webdesign