Stromspartipps für den Haushalt
Themen - Energie und Umwelt
Geschrieben von: Ulrich Krumwiede   
Donnerstag, den 13. Dezember 2007 um 00:00 Uhr

Ökologie

In den privaten Haushalten entstehen 90 Prozent der Umweltbelastungen durch den Verbrauch von Wasser und Strom.

Erhebliche Mengen an Trinkwasser lassen sich durch Regenwasserzisternen für die WC-Spülung und zur Gartenbewässerung einsparen. Zisternen amortisieren sich in Wohnanlagen und im Gewerbe bei hohem Wasserverbrauch. Für Einfamilienhäuser ist die Grundwassernutzung kostengünstiger. Vorausssetzung ist ein getrenntes (VPE)-Leitungsnetz zu den WC-Spülkästen. Ein Hauswasserautomat sorgt für den konstanten Druck und speist auch automatisch Trinwasser ein, wenn die Zisterne einmal leer sein sollte.

An der ersten Stelle beim PCF (= Product Carbon Footprint) steht die Einsparung von Strom zur Reduzierung der Treibhausgase, deshalb jetzt zu den Stromspartipps:

Waschmaschine

Die größte Einsparung beim Haushaltsstrom bringt ein Anschluss der Waschmaschine an die Warmwasserleitung. Zum Beispiel die Miele-Softtronic W3841WPS Allwater hat serienmäßig zwei Kalt- und Warmwasser-Anschlüsse. Für den nachträglichen Anschluss einer Warmwasserleitung an Standard-Waschmaschinen ist die Sparsteuerung MS 1002plus der Firma Martin-Elektrotechnik geeignet. Als Energie sparend beurteilt wurden auch die Maschinen der Eco-Top-Ten-Studie des Öko-Institus Freiburg vom April 2006.* Zu empfehlen ist eine Schleuderleistung von 1200 bis 1400 Umdrehungen.

Wäschetrockner

Es gibt keine energiesparenden Wäschetrockner! Deshalb sollte die Wäsche mit 1200 bis 1400 U/min geschleudert und anschließend auf der Wäscheleine aufgehängt werden.*

Sparen beim Kochen

Gas ist grundsätzlich die bessere Alternative zum Elektroherd. Kochplatten aus Glaskeramik arbeiten bis zu 20 Prozent* wirtschaftlicher als konventionelle Elektroplatten. Umluftbacköfen sind wegen der geringeren Backtemperatur bis zu 25 Prozent* sparsamer als konventionelle Ober- und Unterhitze. Der elektrische Wasserkocher arbeitet günstiger als ein Wasserkessel auf der Herdplatte!

 Kleingeräte

Sämtliche Kleingeräte, wie Kaffeemaschinen, Staubsauger, Toaster, Handmixer usw. verbrauchen 20 Prozent* des Haushaltsstroms. Vor allem im Büro gilt, dass alle Geräte in der Nacht vollständig vom Netz getrennt werden sollen, damit nicht unnötig im Standby-Modus oder über (gut handwarme) Trafos Strom vergeudet wird. 
Für die konventionelle Kaffeemaschine mit Glaskanne gibt es eine Energie sparende Öko-Alternative: Die Kaffeemaschine mit Thermoskanne aus Edelstahl! Dabei entfällt die Warmhalteplatte, weil der Kaffee in der Thermoskanne lange heiß bleibt.

 Luxusgeräte

Dem Stromverbrauch für einen elektrischen Saunaofen steht ein positiver gesundheitlicher Vorteil gegenüber. Das gilt nicht für Solarien! Künstliche UV-Strahlung ist unnötig, in jedem Fall ein zusätzliches Hautkrebsrisiko – von der Elektrosmog-Belastung ganz zu schweigen! Deshalb: Niemals ins Solarium!

Heizen mit Strom?

Niemals! Auch elektrische Wärmepumpen haben wegen der Umweltbelastung bei der Stromerzeugung durch fossile Großkraftwerke und wegen dem Gefährdungspotenzial der Atomkraft keine ökologischen Vorteile gegenüber konventionellen Heizsystemen. Auch beim Atomausstieg und der Energiewende wird die Kraftwerskapazität bemessen nach dem Stromverbrauchsspitzen - den kältesten Tagen des Jahres. Ausgerechnet in dieser Zeit verbrauchen Wärmepumpen den meisten Strom. Elektrisch betriebene Wärmepumpen sind aus diesem Grund ökologisch kontraproduktiv (ÖKO-TEST 3/2012 S. 111)! Die Kombunation mit elektrischen Lüftungsanlagen und die Lebenszykluskosten sprechen ebenfalls gegen "Passivhäuser".

 Strom erzeugen

Der dezentralen Stromerzeugung gehört die Zukunft! Für alle Flachdächer oder Dächer mit ungünstiger Dachneigung und Himmelsrichtung gibt es jetzt eine Alternative: SOLYNDRA®-Solar-Module.

Mehrere Firmen (Senertec, Viessmann, Brötje, Remeha ...) arbeiten an Mini-Blockheizkraftwerken die mit Erdgas betrieben werden. Sie erzeugen den Strom dort, wo auch die Wärme gebraucht wird. Mit erneuerbarer Energie arbeitet die "Sunmachine", die Holzpellets als Brennstoff nutzt. Leider hat die Firma Insolvenz angemeldet und wurde von Sachsen-Stirling übernommen. Hoffentlich geht die Entwicklung weiter (z.B. Ökofen). Die gute Idee ist es wert!
Strom erzeugen ist viel besser als Strom verbrauchen!

*Quelle: Wohnung + Gesundheit, Winter 2007

 Ulrich Krumwiede

 

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