Ein paar Worte zum DK-Artikel "Krumwiedes Irrtum" und unserem Aktionsvorschlag zu T. Sarrazin
Aktuelles - Neues
Geschrieben von: Christian Höbusch   
Samstag, den 24. September 2011 um 10:08 Uhr

Die Berichterstattung des DK in seiner Wochenendausgabe vom 24./25.9. über die Grünen Ingolstadt und die Bundestagsabgeordnete Agnes Krumwiede wird hier von Seiten des Kreisverbandes nicht weiter kommentiert. Aber:

Wir geben Ihnen hier Gelegenheit, den gesamten Text der Pressemitteilung von Agnes Krumwiede vom 23.9. zu lesen und sich selber eine Meinung zu bilden:

„Fassungslos nehme ich die Einladung von Thilo Sarrazin durch den Ingolstädter Donaukurier zur Kenntnis. Anstelle eine konstruktive inhaltliche Auseinandersetzung zum Thema Integration und Bildung anzustoßen, setzt der Donaukurier mit dem ideologischen Brandstifter Sarrazin auf reine Provokation. Dies ist angesichts eines Anteils von über 40 % Migrantinnen und Migranten in Ingolstadt mehr als beschämend. Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ hat dem Integrationsprozess unserer Gesellschaft bereits massiv geschadet. Seine Thesen basieren auf Erkenntnissen der Genetik, die aus wissenschaftlicher Sicht falsch sind. Auf Grundlage falscher Fakten eine populistische und rassistisch motivierte Haltung in Buchform zu manifestieren, entspringt dem Bedürfnis nach medienwirksamer Selbstprofilierung, befeuert die Spaltung unserer Gesellschaft und dient nicht der interkulturellen Annäherung.

Ich habe keine Toleranz mit der Intoleranz eines Herrn Sarrazin. Mehr als ein Jahr nach Veröffentlichung seines umstrittenen Buches, dessen Inhalt längst umfassend und bis zur Erschöpfung diskutiert wurde, bietet nun auch der Ingolstädter Donaukurier Herrn Sarrazin eine Plattform und hat ihm darüber hinaus - wie das ausführliche Interview vom 20.09. belegt - sogar eine Beraterfunktion übergeben. Denn anders ist nicht erklärbar, warum der Donaukurier die Bewertung einer Kritik, die von Grüner Seite an den Donaukurier selbst gerichtet ist, durch einen Herrn Sarrazin beurteilen lässt. Mit dem Abdruck dieses Interviews versteckt sich der Donaukurier hinter den Kraftausdrücken Sarrazins und überlässt ihm die Bewertung einer friedlichen Protestaktion – wie die temporäre Umleitung eines Zeitungs-Abonnements - als „Linksfaschismus“. (Zitat Thilo Sarrazin aus dem DK-Interview vom 20.09. auf die Frage nach seiner Einschätzung der Grünen Protestaktion: „Es gibt eine Tendenz, die Ernst von Dohnanyi treffend als Linksfaschismus umschrieben hat“) Friedliche Protestaktionen sind notwendiger Bestandteil unserer Demokratie. Dies zu verkennen, zeugt von fehlendem Demokratieverständnis. Dass der Donaukurier dem reaktionären, menschenverachtenden und populistischen Gedankengut eines Herrn Sarrazin ein Podium bereitet, hat Ingolstadt nicht verdient.“

Es wird also nicht unterstellt, dass Herr Sarrazin einen "Beratervertrag" mit dem DK hat, wie dies der DK in seiner "Klarstellung" angibt.

Und auch eine Klarstellung des Kreisverbandes zur Bildunterschrift in der Rubrik "Leserbriefe" auf S. 10:

Wir haben nicht dazu aufgerufen, die "Zeitung zwei Wochen lang zu boykottieren". Dies entspricht der Unwahrheit.

Auch unsere Fraktionsvorsitzende Petra Kleine hat den Begriff "Boykott-Aufruf" nicht gebraucht. Dies ist die Unwahrheit.

Der Begriff "Boykott" wurde in unserer Pressemitteilung ebenfalls nicht gebraucht, wie dies einer der Leserbriefe annehmen lässt, sondern dieser wurde durch den DK in die "Diskussion" eingebracht.

Der entsprechende Text unserer Pressemittteilung lautete:

"Wer mit uns sein Unbehagen zum Ausdruck bringen und dem Veranstalter signalisieren möchte, dass die Verbreitung der Sarrazin-Thesen in Ingolstadt nicht willkommen ist, kann an einer gemeinsamen Protestaktion teilnehmen.

Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass man DK-Abonnent ist. Der Aktionsvorschlag ist dann: 1 Woche „Urlaub vom DK“ in der 39. KW, also vom 26.9. bis 1.10., machen und die Zeitung ersatzweise an das Grüne Büro in der Griesbadgasse 6 zustellen lassen."

Und Sie können auch gerne die gesamte Pressemitteilung des Kreisverbandes aus der letzten Woche nachlesen: PM_Sarrazin

Der Kreisverband Ingolstadt wird das Geschehen, trotz zahlreicher Anfeindungen/Bedrohungen, die wir im Internet, per Mail, am Telefon und auch in den Leserbriefen im DK erhalten haben und noch bekommen, sowie teilweise auch persönlicher Herabsetzungen, vorallem unserer Stadträtin Petra Kleine, weiterhin sachlich begleiten.

Christian Höbusch (Kreisvorsitzender)

 

Kommentare  

 
0 #18 Hans Meier 2011-11-16 22:58
Ich wollte mich nicht aufregen, dass es Menschen, gibt die den neonazistischen Argumentationsm ustern eines Th. S. erliegen.ich bin auch froh, dass dieses Buch garantiert nicht meiner Weltanschauung entspricht, denn nicht umsonst hat sich der Massenmörder Breivik dessen Ideologie bedient als er sein Pamphlet schrieb und nicht umsonst vertreibt der rechtsextreme Publizist Götz Kubitschek sein Buch und huldigt Sarrazin(http://www.rhein-zeitung.de/startseite_artikel,-Analyse-Rechte-hoffen-auf-Sarrazin-Effekt-_arid,135197.html). Die Statistiken konnten alle widerlegt werden, aber Sie wollen sich nur mit unwahren auseinandersetz en, daran ändere ich auch nichts mehr (http://edoc.hu-berlin.de/oa/articles/reonwY1dcVafw/PDF/26ybhddRzVWd2.pdf und http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2010/08/sarrazin-baut-sich-die-statistik-selbst.php
Zitieren
 
 
-1 #17 Peter Wagner 2011-10-09 18:39
Das Sie weitere Unterstellungen vornehmen (nebenbei, Sie mutmaßen falsch), zeugt einmal mehr, dass Sie es verstanden haben, Argumente sachlich und ohne falsche Verdächtigungen widerlegen zu können (damit Sies auch verstehen: * Ironie wieder aus *). Und natürlich ist neben dem Grund der Aktion auch entscheidend, wie man handelte, denn genau das versuchte ja Herr Höbusch (eher weniger als mehr erfolgreich) zu verteidigen. Und vielleicht noch etwas grundsätzliches im Voraus für die zukünftige Diskussion: Es ist natürlich schön, dass sie Menschen, die in dem Buch behandelt werden, kennen. Bitte lassen Sie aber das Unding, eine große Personengruppe dadurch zu charakterisiere n, dass Sie Ihre Erfahrungen mit einzelnen Personen schildern. Wie Sie selbstverständl ich wissen, geht die geringe Zahl der Ihnen bekannten Personen einer Gruppe statistisch in den behandelten Bevölkerungstei len vollkommen unter. Persönliche Erlebnisse sind deshalb oft irreführend.
Zitieren
 
 
-1 #16 Peter Wagner 2011-10-09 18:39
Tja, Herr Meier, wenn ich Ihre Fragen unbeantwortet ließ, so doch höchstens in dem Maße, mit dem Sie meine vorangegangenen Aussagen missachteten. Ich kann ja verstehen, dass ein Buch, das nicht ihre politisch-ideologischen Weltanschauung widerspiegelt, für Sie Teufelswerk ist – vor allem, falls es noch so unverschämt ist, dies mit statistischen Mitteln zu rechtfertigen. Natürlich ist es menschlich, dass in einem Buch mit mehreren hundert Seiten voller Statistik nicht jede Zahl hundertprozenti g genau rescherschiert wurde. Aber aus der Inkorrektheit einzelner Zahlen ableiten zu wollen, dass die komplette Analyse des gesamten statistischen Materials (zum großen Teil von staatlichen Stellen ausgegeben) falsch ist, ist doch sehr zweifelhaft. Man könnte sich genauso fragen, wieso es überhaupt zu manchen Themen keine statistische Erfassung gibt. Hat man hier etwa Angst, dass die resultierenden Statistiken das falsche Ergebnis zeigen?
Zitieren
 
 
0 #15 Hans Meier 2011-10-08 23:11
Hierzu habe ich meine M. gesagt und empfehle ihnen die Lektüre "Anti-Sarrazin Argumente gegen Rassismus, Islamfeindlichk eit und Sozialdarwinism us" von S. Stanicic und wünsche Ihnen Begegnungen mit Menschen unterschiedlich er Herkunft. In dem eben genannten Buch wird explizit S. zitiert, dass er in seinem Leben kaum bzw. nie Freundschaften zu Migranten hatte und das vermute ich leider auch bei Ihnen. Ich ziehe mich zurück und sehe ein, dass gewisse Menschen leider immer noch an diesem Buch festhalten und die Grünen nur weil sie mutig waren eine Aktion zu starten, die etwas aufrührerisch im braven Ingolstadt daherkam, weiter verunglimpfen wollen. Was ich versuchte darzulegen, war warum sich die Grünen echauffierten und dass es sehr gute Gründe gab hierfür. Zum Wie und Was der Aktion kann stehen wie man will, das warum war entsch.
Zitieren
 
 
0 #14 Hans Meier 2011-10-08 22:54
Herr Wagner, Sie haben meine Fragen nicht beantwortet und gehen nicht darauf ein, dass sich Sarrazin populistisch verhält Eugenik, Sozialdarwinism us, Islamfeindlichk eit propagiert. Hätten Sie meine angegebenen Quellen gelesen, würden sie etwas reflektierter reagieren. Es handelte sich im Übrigen nur um eine Regionalzeitung .Alle anderen Quellen setzte sich kritisch mit der Ideologie, die hinter seinen Thesen steckt auseinander und sind weitaus empirischer und wissenschaftlic her als S.'s geflickschuster te Statistiken, wobei viele Prozenanageben widersprüch sind und widerlegt werden konnten. "Sarrazin selbst – so zitieren die Forscher der HU Berlin und in einem Interview mit der SZ mit S. – hatte erklärt, wenn man keine Zahl habe, müsse man eine schöpfen, die in die richtige Richtung weise, und wenn
sie keiner widerlegen könne, dann setze er sich eben mit seiner Schätzung durch.Wie sagte Dorothea Kolland, "Ressentiments kann man nicht mit Fakten besiegen.Ich gebe es auf Herr W..
Zitieren
 
 
-1 #13 Peter Wagner 2011-10-08 18:25
Nebenbei bemerkt muss ich Sie, Herr Meier, schon fragen, ob Sie die Ironie Ihrer Aussagen erkannt haben. Sie versuchen die Aussagen eines Buches, das seine Aussagen durch Analyse von Statistiken ausarbeitet, dadurch zu widerlegen, indem Sie auf Artikel verweisen. Diese Artikel – teilweise in Regionalzeitung en erschienen – behandeln die Thesen des Buches weit weniger analytisch und stark verkürzt, sollen Ihrer Meinung nach aber trotzdem eine genauere Analyse der Thesen bieten? Sie wollen also eine Ihrer Meinung nach populistische, auf unzählige Statistiken gestützte Meinung dadurch widerlegen, indem Sie auf die Thesen verkürzt und vereinfacht behandelnde Artikel verweisen (verkürzte und vereinfachende Behandlung eines Themas ist ja gerade ein Merkmal des Populismus)? Verzeihen Sie mir, wenn ich Ihnen hier widerspreche, aber ich richte meine Meinung weniger danach, was mir eine politische Ideologie vorschreibt, sondern mehr nach soliden und prüfbaren Fakten.
Zitieren
 
 
-1 #12 Peter Wagner 2011-10-08 18:24
Herr Meier,

Wir können hier selbstverständl ich – wie bereits in unzähligen Foren geschehen – lang und breit über die Richtigkeit der Thesen diskutieren. Und natürlich könnte ich ihre wild zusammengewürfe lten Quellen durch weitere Webadressen mit gegenteiligem Inhalt versuchen zu entkräften, was wohl zu einer endlosen Diskussion führen würde. Was wir hier diskutieren, ist aber doch wohl vielmehr die Reaktion der Ingolstädter Grünen auf den Sarrazinschen Vortrag, was Sie aber vollkommen unterlassen. Stattdessen versuchen Sie, eine volle Breitseite an Aussagen primitivster Sorte abzufeuern („wenn Sie nicht wissen, was ein Populist ist, dann sind sie in der Vergangenheit auf solche Menschen hereingefallen“ ). Dies spricht natürlich für Ihr wahrlich unglaubliches Vermögen, scheinbar populistischen Aussagen sachlich und ohne persönliche Beleidigungen zu erwidern... (was es Ihnen natürlich auch erlaubt, einen Großteil der Ingolstädter Bevölkerung pauschal zu beleidigen).
Zitieren
 
 
0 #11 Hans Meier 2011-10-07 18:42
Herr Wagner, Hier noch eine aktuelle Lektüreempfehlu ng aus den Kulturpolitisch en Mitteilungen von Dorothea Kolland. Sie ist die Leiterin des Kulturamtes des Berliner Bezirks Neukölln: http://www.kupoge.de/kumi/pdf/kumi134/kumi134_22-23.pdf Bereits 2009 und davor als Senator machte S. durch rassistische u. sozialdarw. Äußerungen auf sich aufmerksam. Das Buch war doch nur die Zusammenfassung seines Gedankengutes: http://www.welt.de/videos/debatte/article4835598/Sarrazins-Rassismus-bleibt-Bullshit.html#autoplay Posener zitiert hier Treitschke und die Ängste, die damals geschürt wurden, sind heute die dieselben, welche durch S. geschürt wurden. Stephan Kramer drückte es so aus:„Sarrazin ist nur das Ergebnis eines anderen Problems, nämlich der Unfähigkeit der Politik, sich der Herausforderung Zuwanderung und Integration zu stellen und eine Strategie für die Zukunft zu entwickeln.“ (http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/sarrazin-soll-in-die-npd-eintreten/3523552.html)
Zitieren
 
 
0 #10 Hans Meier 2011-10-07 18:24
Herr Wagner, sie argumentieren schon wie Herr S.. Alldiejenigen pauschal zu unterstellen, dass sie sein Buch nicht gelesen haben, wenn sie negative Kritik daran üben. Nun frage ich Sie: Haben Sie alle lektorierten Fassungen des Buches gelesen? Warum wurde es überhaupt mehrmals lektoriert? Wenn Menschen rechtspoulistis ch die Öffentlichkeit suchen und sich als Aufklärer generieren und dazu noch Vorurteile und Ängste zu schüren. Anscheinend scheint ein Großteil der Ingolstädter die Bildzeitung zu bevorzugen und will weniger eine differenzierte Analyse von Experten, sondern von Populisten. Die christl.-konservativen Milieus, wie sie hier zuhauf zu finden sind, haben kein Verständnis, dass sich eine Partei gegen die lok. Tagespresse für eine Woche abwenden will und dazu aufruft, den DK mal beiseite zu legen.In einer demokrat. Gesellschaft darf man doch noch die Lokalbevölkerun g aufrütteln und sagen, dass dieses Buch mehr Schaden anrichtete, als dass es zur sog. "Aufklärung" beitrug.
Zitieren
 
 
0 #9 Hans Meier 2011-10-07 18:11
Herr Wagner, sind Sie immer noch sobegeistert von Herrn S.? Die Badische Zeitung setzte sich u.a. mit seinen Thesen auseinander.http://www.badische-zeitung.de/deutschland-1/fakten-check-sind-thilo-sarrazins-umstrittene-argumente-gegen-die-einwanderung-richtig Auch wenn mir dieser kurze Artikel zu wenig detailreich scheint, würde ich mir wünschen, dass Sie etwas genauer "lesen", seine Art, sein Auftreten und sein Habitus ist durchweg arrogant, besserwisserisc h und von Vorurteilen behaftet. Hierzu empfehle ich auch Leserbriefe von Leuten aus der Region, die sich kritisch mit Veranstaltung vorletzte Woche auseinandersetz ten. Was er über Russlanddeutsch e etc. sagte ist schlichtweg populistisch und äußerst verallgemeinern d, um es vorsichtig auszudrücken. Des Weiteren empfehle ich Ihnen die Lektüre "Sarrazins Thesen auf dem Prüfstand - Ein empirischer Gegenentwurf zu Thilo Sarrazins Thesen zu Muslimen in Deutschland(pdf )": http://www.heymat.hu-berlin.de/dossier-sarrazin-2010
Zitieren
 

Kommentar schreiben


 

nach oben

© copyright by DMI Webdesign