Menschenbild: neues Werkzeug für die Ingolstädter Grünen
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Geschrieben von: Lanig Garo   
Montag, den 25. Oktober 2010 um 12:39 Uhr

 

Sinn der Politik ist, gesellschaftliche Strukturen einzurichten oder zu verbessern, damit der Mensch über eine immer bessere Lebensqualität (im weiteren Sinne) verfügt. Um zu wissen, was eine bessere Lebensqualität tatsächlich bedeutet, kann ein Modell des Menschen hilfreich sein.
Ein Modell ist eine Abbildung der Wirklichkeit, die einerseits diese Wirklichkeit vereinfacht und anderseits am Nützlichen orientiert ist.
Was braucht der Mensch?

Also was hat der Mensch für Bedürfnisse, ist die wesentliche Frage. Das vorgeschlagene Modell, das einige Antworten zu dieser Frage anbietet, ist „Menschenkonstrukt“ genannt und basiert auf 5 Bausteinen.

Diese Bausteine müssen gemeinsam betrachtet werden, damit das Gesamtbild eine Kohärenz bekommt. Das Modell wurde von Jean-Pol Martin im Rahmen von seiner Tätigkeiten als Didaktiker in der Universität Eichstätt entwickelt. Für die Anwendung in einem politischen Rahmen ist es notwendig, dass das Modell weitgehend konsensfähig ist.

 

Dann kann das Modell als Werkzeug (neben anderen Instrumenten) bei der Klärung einer bestimmten politischen Frage herangezogen werden. Diese Vorgehensweise wollen wir bei den Ingolstäter Grünen in der nächsten Zeit experimentieren. Dabei ist es zu beachten, dass die Bedürfnisse von allen Menschen gleichzeitig berücksichtigt werden müssen: die Befriedigung der Bedürfnisse eines Menschen sollte nicht die Befriedigung der Bedürfnisse von anderen Menschen, die z.B. woanders oder in der Zukunft leben, beeinträchtigen.

 

Außerdem ist es nicht das Ziel, den Mensch an ein ideales Bild anzupassen. Man muss mit den unterschiedlichen teilweise widersprüchlichen Trieben des Menschen umgehen können. Schliesslich kann die Besinnung auf ein Menschenbild Vertrauen wecken.

 

Am Ende jedes Kapitels werden zur Veranschaulichung mögliche Ableitungen des Modells im politischen Rahmen dargestellt.

 

Menschenkonstrukt


1. Die Bedürfnispyramide (nach Maslow, 1954)

Maslow hat die Grundbedürfnisse des Menschen aufgelistet und kategorisiert. Weil einige Bedürfnisse grundlegender sind als andere, werden die 6 Kategorien angeordnet, und durch eine Pyramide symbolisiert. Die gleich nach Veröffentlichung der Bedürfnispyramide einsetzende Kritik am Stufenmodell wurde berücksichtigt. Der Einfachheit halber behalten wir das Modell so, wie es Maslow geprägt hat. Im Zentrum unserer Überlegungen stehen die einzelnen Bedürfnisse, nicht die Trennung zwischen den Bedürfnisstufen, die sowieso nicht haltbar ist.

  • Physiologische Bedürfnisse: Atmung, Nahrung, Schlaf, Reproduktion, …
  • Bedürfnisse nach Sicherheit: Gesundheit, Arbeit, Schutz vor Gefahren, Unterkunft, …
  • Bedürfnisse nach sozialer Einbindung: Familie, Freunde, Partnerschaft, ...
  • Bedürfnisse nach sozialer Anerkennung: Status, Respekt, Lob, Einfluss...
  • Bedürfnisse nach Selbstverwirklichung: Talententfaltung, Selbstverbesserung, ...
  • Bedürfnisse nach Transzendenz: Sinn, Gott, …

Die vier ersten Kategorien sind Defizitbedürfnisse: sie müssen befriedigt werden, und wenn sie befriedigt sind, hat man keine weitere Motivation diese zu befriedigen. Die zwei letzten (teilweise drei) Kategorien sind Expansionsbedürfnisse: sie können nie wirklich befriedigt werden.

Ableitung für die Politik (Beispiele)

  • Physiologische Bedürfnisse: ausreichend Essen und Trinken, Lärmschutz, ...
  • Bedürfnisse nach Sicherheit: sauberes Essen, Trinken, Luft (Verschmutzung), sicheres Einkommen, anständiges Wohnen, ...
  • Bedürfnisse nach sozialer Einbindung: der Arbeitsprozess soll der Aufbau von stabilen Netzen ermöglichen, ...
  • Bedürfnisse nach sozialer Anerkennung: Anziehungskraft für progressive Werte fördern, ...
  • Bedürfnisse nach Selbstverwirklichung: die gesellschaftlichen Strukturen müssen dem Menschen den bestmöglichen Rahmen für seine Selbstverwirklichung anbieten, z.B. Prozess zur Entscheidung des Studiengangs, ..
  • Bedürfnisse nach Transzendenz: die Teilnahme an „Sinn“-vollen Projekten (Weltverbesserung) soll unterstützt werden, ...

 

2. Die Informationsverarbeitung als Grundbedürfnis (nach Martin, 2008)

Die Gehirnforschung zeigt, dass die Verarbeitung von Informationen im Gehirn positiv dekodiert wird. Anders ausgedrückt: es macht Spaß, Informationen zu verarbeiten. Natürlich nicht alle Informationen, sondern solche, die bestimmte Merkmale aufweisen: nicht zu einfach (Unterforderung), aber auch nicht zu komplex (Überforderung), quantitativ nicht zu zahlreich, aber auch nicht zu wenig, usw.).

Dass die Informationsverarbeitung im Gehirn stark belohnt wird, ist deshalb im Bauplan der Natur vorgesehen. Die Informationsverarbeitung ist unabdingbar für das Überleben, denn wir müssen uns ständig an die Veränderungen der Umwelt anpassen, also ständig Informationen verarbeiten. Auch die anderen vitalen Funktionen werden vom Organismus (Gehirn) stark belohnt. Wenn Essen oder Trinken nicht so positiv belohnt würde, würden wir diesen Vorgang nicht auf uns nehmen. Also ist die Informationsverarbeitung auch ein Grundbedürfnis.

Ableitung für die Politik (Beispiele)

Wenn man mit Menschen umgeht, soll erst einmal Aufmerksamkeit geweckt werden (informative Stimuli) und interessante (geeignetes Niveau) Informationen anboten werden.

 

3. Das Spannungsfeld zwischen antinomischen Bedürfnistendenzen

Menschen bewegen sich im Spannungsfeld zwischen gegensätzlichen Bedürfnistendenzen: zwischen Integration - jeder möchte beispielsweise zu einer Gruppe gehören - und Differenzierung - jeder möchte auch als Individuum betrachtet werden, zwischen Unbestimmtheit - das Leben soll spannend sein - und Klarheit - der Mensch möchte nicht mit zu vielen offenen Fragen konfrontiert werden, zwischen Emotion - jeder möchte Gefühle erfahren - und Kognition - jeder möchte seine Intelligenz anwenden...

Jeder Mensch sucht sich ein Gleichgewicht zwischen diesen gegensätzlichen Bedürfnistendenzen:

Unschärfe

Kontrolle

Chaos

Ordnung

Unbestimmtheit

Klarheit

Komplexität

Einfachheit

Differenzierung

Integration

Individuum

Gesellschaft

Freiheit

Zwang

Konkretion

Abstraktion

Emotion

Kognition

Jede Störung des Gleichgewichts leitet eine Handlung ein, die eine Wiederherstellung des Gleichgewichtszustandes zum Ziel hat. Da das Leben stets voranschreitet, wird das Gleichgewicht stets gestört, und der Mensch ist ständig zum Handeln gezwungen, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.

 

Da die Befriedigung eines Bedürfnisses potenziell die Nichtbefriedigung des Gegenteiligen enthält, ist schließlich die Findung des Gleichgewichts fast nicht zu erreichen.

 

Ableitung für die Politik (Beispiele)

Die widersprüchliche Natur des Menschen muss vom politischen Prozess wahrgenommen werden. Die Herausforderung ist, die Flexibilität zu gestallten, die genug Raum für die unterschiedlichen Tendenzen gleichzeitig anbieten kann; z.B. Thema Freiheit.

 

Die Zwei Spalten der Tabelle entsprechen 2 extremen Formen der politischen Organisation: Anarchie einerseits und Diktatur oder Totalitarismus anderseits. Die Parteien bewegen sich auch zwischen diesen gegensätzlichen Tendenzen: die rechten Parteien sind tendenziell an der Spalte „Kontrolle“ orientiert. Die linken Parteien sind tendenziell an der Spalte „Unschärfe“ orientiert.

 

Das Verhalten der Wähler (viel Abwechslung) ist eine Illustration dieses Spannungsfeldes. Denn kaum gibt man den Menschen beispielsweise mehr Freiheit, schon wünschen sie sich mehr „Druck“, kaum gibt man Ihnen etwas mehr Zwang, schon wünschen sie mehr Freiheit.

 

4. Das explorative Verhalten und der Flow-Effekt (nach Dörner, 1983 und Csikszentmyhalyi, 1999)

Unter explorativer Haltung versteht man die Bereitschaft von Menschen, sich in Situationen zu begeben, die ein hohes Maß an Unbestimmtheiten enthalten. Ein enger Zusammenhang besteht zwischen dem explorativen Verhalten eines Menschen und seiner Problemlösefähigkeit. Die logische Kette lässt sich folgendermaßen beschreiben:

  • explorative Menschen suchen Felder auf, mit denen sie nicht vertraut sind, und versuchen, sich in diesen Feldern problemlösend zu behaupten;

  • jede auf diese Weise gewonnene Erfahrung wird zu einem abstrakten, kognitiven Schema verarbeitet. Je mehr Erfahrungen, desto mehr Schemata, desto breiter die kognitive Landkarte;

  • eine breite kognitive Landkarte sichert Kontrolle über mehr Bereiche, sie ermöglicht eine schnellere Verarbeitung neuer Eindrücke. Sie sichert, dass neue Situationen erfolgreich bewältigt werden;

  • das Gefühl der Kontrolle festigt sich, das Selbstbewusstsein wächst und dadurch die Bereitschaft, unbekannte Bereiche anzugehen, also sich erneut explorativ zu verhalten.

 

Die Belohnung für ein exploratives Verhalten ist der so genannte Flow-Effekt. Das Erlebnis selbst wird als einheitliches Fließen beschrieben, ein völliges Aufgehen in der Aktivität, ohne aber die Kontrolle über die Aktivität zu verlieren. Die Bedingungen, die zum Hervorbringen solcher Gefühle erfüllt werden müssen, sind folgende:

  • Unbekannte Felder betreten,

  • Situationen mit offenem Ausgang, für die man die Verantwortung trägt

  • Probleme lösen, hohe Anforderungen bewältigen

  • Ausschöpfen der eigenen Ressourcen

  • Gefühl der Selbstentgrenzung

  • Kontrolle über das eigene Handeln und das Umfeld

 

Ableitung für die Politik (Beispiele)

Im Bildungssystem soll das explorative Verhalten gefördert werden. Effizientere und glücklichere Persönlichkeiten entstehen, was für die Gesellschaft positiv ist.

 

5. Die Kontrolle als Übergreifendes Motiv (nach Martin, 1994)

Die Kontrolle (im psychologischen Sinne: sein Leben im Griff zu haben) kann als zentrale Dimension des menschlichen Erlebens betrachtet werden. Sie vermittelt der handelnden Person das Gefühl, dass sie das Handlungsfeld im Griff hat und auftretende Schwierigkeiten meistern kann.

Alle Bedürfnisse können dem Bedürfnis nach Kontrolle zugeordnet werden:

1) Bedürfnispyramide von Maslow

 

  • Physiologische Bedürfnisse: Nahrung, Schlaf, Reproduktion entsprechen der Kontrolle der Weiterführung des Lebens, der Arterhaltung.
  • Bedürfnisse nach Sicherheit: um das Bedürfnis nach Sicherheit (Gesundheit, Arbeit, körperliche Sicherheit, …) zu befriedigen, soll man seine Lebensumständen im Griff haben.
  • Bedürfnisse nach sozialer Einbindung: die soziale Einbindung entspricht dem sozialen Schutz. Man hat sein Leben besser im Griff, wenn man unterstützt ist
  • Bedürfnisse nach sozialer Anerkennung: man bekommt Anerkennung, wenn man seine Handlung, sein Leben im Griff hat.
  • Bedürfnisse nach Selbstverwirklichung: entspricht dem Bedürfnis sein Kontrollfeld auszuweiten.
  • Bedürfnisse nach Transzendenz: entspricht dem Bedürfnis, sein ganzes Leben, seine eigene Biographie, im Griff zu haben. Sogar nach dem Tod, möchte man die Funktion oder die Bedeutung haben.

 

2) Informationsverarbeitung als Grundbedürfnis

Die Informationsverarbeitung ist ein Kontrollinstrument, um seine Umwelt im Griff zu haben. Ein Organismus oder ein Mensch, der keine Informationen verarbeitet, verliert die Kontrolle (Anpassung an das Umfeld).

 

3) Spannungsfeld zwischen antinomischen Bedürfnistendenzen

Der Mensch sucht das Gleichgewicht zwischen den Bedürfnistendenzen, also die Kontrolle.

 

4) Exploratives Verhalten und Flow-Effekt

Das explorative Verhalten entspricht einer Ausdehnung des Kontrollfeldes.

 

Ableitung für die Politik (Beispiele)

Wie viel Kontrolle soll das gesellschaftliche System übernehmen? Was soll dem Menschen (oder der Gruppe) übrig bleiben?

 

 

Als ich das Menschenkonstrukt in der Sitzung vorgestellt habe, sind viele spannende Gespräche entstanden, z.B. zum Thema Bildung und Kreativität. Es wurde auch darüber diskutiert, wie die Anwendung dieses Menschenkonstrukts in der Praxis aussehen soll. Wie gut sollen die Beteiligten einer Diskussion sich das Konzept verinnerlichen? Soll man das Modell am Anfang einer Diskussion heranziehen oder erst am Ende zur Überprüfung, ob alle Bedürfnisse bedacht worden sind? Darüber werden wir mehr in den nächsten Monaten erfahren.

 

Kommentare  

 
0 #29 Jean-Pol Martin 2012-02-13 13:29
@Harald
Danke für diese sehr erfreuliche Erfahrung! Auch mein Schwiegersohn, der Manager ist, benutzt diesen Eintrag in der Grünen Hompage, indem er seine Mitarbeiter immer wieder bittet, das Modell zu studieren und zu diskutieren!
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+1 #28 Harald Schirmer 2012-02-13 08:42
Danke für diese knappe aber erhellende Zusammenfassung - ich versuche dass gerade im "Konzern-Umfeld" anzuwenden. Als Verantwortliche r für Änderungsmanage ment sehe ich Deinen Ansatz - entgegen vieler anderer als sehr "ganzheitlich" ...
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0 #27 jean-pol martin 2010-11-19 08:58
Wie dringlich die Reflexion über ein konsensfähiges Menschenbild ist, merkt man an diesem Gespräch zwischen Heiner Geissler und Sloterdijk vor höchstkarätigem Publikum. Wenn dies tatsächlich den Stand der Diskussion widerspiegelt, tut Aktualisierung Not:
http://jeanpol.wordpress.com/2010/11/19/menschenbild-geisslers-und-sloterdijks-grausames-gewurge/
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0 #26 Christian Höbusch 2010-11-02 10:25
Anmerkung zu Kommentar #23:
Pirat Alex hat wohl geschrieben: "Die Grünen sind technikkritisch bis hin zur technikfeindlic hkeit, lehnen kategorisch Entwicklungen in Wissenschaft und Technik ab." - Eine solche Aussage, vielleicht wohl eher Phrase zu nennen, ist bitteschön einmal konkret und in allen Politikfeldern zu belegen, bevor man sie einfach derart apodiktisch in den Raum stellt. Oder um es bewusst provokant auszudrücken: Vom "Planet Pirat" aus gesehen, sind vermutlich wohl 99% der Bevölkerung "technikfeindlic h". Und wie stehen die Piraten eigentlich zu GVO´s?
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0 #25 Jutta Dierberg 2010-11-01 08:47
Zitat:
Ein Übermaß und ein entsprechender Mangel von dem Gegensatz sind eher das Problem. Obwohl Freiheit positiv konnotiert ist, kann ein Übermass zur "Qual der Wahl" führen.

die Banken scheinen diese Qual der Wahl nicht zu empfinden, haha.
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0 #24 Jutta Dierberg 2010-11-01 08:35
Hallo @Lanig Garo
wäre dann z.B. eine Gesellschaft, die die aktuellen ökologischen und sozialen Verantwortungen konsequent wahrnimmt und in Regeln umsetzt und damit sehr viel Kontrollinstrum ente einsetzt eine Diktatur ??? Das kann ja wohl nicht sein.
Ich möchte klar stellen, dass allein die quantitative Beschreibung von Qualitäten wie Freiheit/Kontrolle etc. nicht ausreichen.
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0 #23 jean-pol martin 2010-11-01 07:08
Input von Pirat Alex als Diskussionsanre iz:

Jeanpol,
du stellst die berechtigte Frage auf, ob Grüne und Piraten das selbe Menschenbild haben können. Vielleicht schon. Die Unterschiede entstehen eher darin, was man für die politische und gesellschaftlic he Arbeit herleitet. Und da sehe ich grundsätzlich Unterschiede zwischen deiner und meiner Partei.
Die Grünen sind technikkritisch bis hin zur technikfeindlic hkeit, lehnen kategorisch Entwicklungen in Wissenschaft und Technik ab. Bestes Beispiel von meiner Zeit als Grüner: Die Gentechnik.
Hier geht es weiter:
http://jeanpol.wordpress.com/2010/10/31/menschenbilder-unsere-brillen-educamp-2010/#comment-3628
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0 #22 Lanig Garo 2010-10-31 18:52
@ Jutta Dieberg
im Artikel musste ich die Sachen ziemlich zusammenfassen. Es gibt sicherlich ein paar Unschärfen. Grundsächlich sind keine der in der Antinomien-Tabelle aufgelisteten Begriffe als positiv oder negativ zu bewerten, denn sie sind immer in einem bestimmten Maß gebraucht. Ein Übermaß und ein entsprechender Mangel von dem Gegensatz sind eher das Problem. Obwohl Freiheit positiv konnotiert ist, kann ein Übermass zur "Qual der Wahl" führen.
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0 #21 Jutta Dierberg 2010-10-31 08:07
"Die widersprüchlich e Natur des Menschen muss vom politischen Prozess wahrgenommen werden. Die Herausforderung ist, die Flexibilität zu gestallten, die genug Raum für die unterschiedlich en Tendenzen gleichzeitig anbieten kann; z.B. Thema Freiheit" JAA -

"Die Zwei Spalten der Tabelle entsprechen 2 extremen Formen der politischen Organisation: Anarchie einerseits und Diktatur oder Totalitarismus anderseits."

Ich glaube an dieser Aussage muss noch gefeilt werden. Denn hier werden nur die quantitativen Dimensionen formuliert, also mehr oder weniger von diesem oder jenem. Jedoch z.B. Kontrolle verstanden als Begrenzung kann auch eine sein, die auf vernünftigen Argumenten beruht und im Einverständnis erfolgt. Hier spielen eben die Begründungen, das Warum der Kontrolle / Regeln eine wichtige Rolle.
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0 #20 jean-pol martin 2010-10-31 07:43
Ich parke das mal hier:
Wir sollten unsere Erkenntnisbrill en ab und zu reinigen oder sogar manchmal ganz austauschen:
http://jeanpol.wordpress.com/2010/10/31/menschenbilder-unsere-brillen-educamp-2010/
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