Energiewende für Ingolstadt
Themen - Atomausstieg - Energiewende
Geschrieben von: Ulrich Krumwiede   
Donnerstag, den 13. Dezember 2007 um 00:00 Uhr

Hermann Scheer, Träger des Alternativen Nobelpreises 1999, schreibt in seinem Buch "Der energethische Imperativ", München 2010:

"Um den faktisch stattfindenden atomar-fossilen Krieg gegen die Lebenschancen der menschlichen Zivilisation zu beenden, ... ist eine außergewöhnliche Kraftanstrengung geboten."

Global denken - lokal handeln! Und was tut sich bei uns in Ingolstadt?

Der 2. Platz in der Solarbundesliga, eine Ent-Täuschung

In Ingolstadt liegt der Anteil der regenerativen Energie für die Stromerzeugung bei 1,5 Prozent. Eingerechnet sind alle Photovoltaikanlagen der Solarbundesliga (Ingolstadt liegt zur Zeit bei Photovoltaik in Watt/Einwohner auf Platz 401 in Deutschland) und sogar die Turbinen der Müllverbrennungsanlage in Mailing. Mit diesem geringen Anteil kann in Ingolstadt von Klimaschutz nicht die Rede sein.
Fünf Vorschläge für eine Energiewende:

 

1. Biogaserzeugung aus den Abfällen der grünen Tonne

Die Logistik für das Einsammeln der Abfälle aus der grünen Tonne besteht. Die Feststoffvergärung findet breite Anwendung. Die Stadtwerke München haben die besten Erfahrungen mit der Biogaserzeugung. In Ingolstadt wird es höchste Zeit. Biogas kann in Blockheizkraftwerken Wärme und Strom erzeugen, in das Erdgasnetz eingespeist („Bio-Erdgas“) und als Treibstoff für Erdgas-Fahrzeuge eingesetzt werden.
Die schönste aller Biogasflächen, eine Blumenwiese: http://www.cic-wildlife.org/uploads/media/landwirtschaftliches_wochenblatt_26_10.pdf

2. Pflanzenöl für Linienbusse

In jedem Jahr werden 3.000 bis 4.000 Dieselfahrzeuge auf Pflanzenöl umgerüstet, aber bei den Linienbussen in Ingolstadt geht trotz einer erfolgreichen Testphase nichts weiter. Die Spediteure, die ihre Diesel-LKWs auf Pflanzenöl umstellen, wären vom Affen gebissen, wenn das nicht funktionieren würde und wenn es nicht wirtschaftlich wäre. Motoren, die auf Pflanzenöl umgerüstet wurden, laufen auch mit Dieseltreibstoff und mit jedem Mischungsverhältnis Diesel/Pflanzenöl. Eine andere Variante, die in Schweden praktiziert wird, ist die Umrüstung der Linienbusse auf den Betrieb mit Biogas.

3. Neue Blockheizkraftwerke

Seit den 80er Jahren wurde in Ingolstadt kein kein einziges neues Blockheizkraftwerk gebaut und kein Blockheizkraftwerk auf erneuerbare Energien umgerüstet! Statt hier zu investieren werden mit den Einnahmen aus dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz Defizite im städtischen Haushalt gedeckt.  

4. Erkundung von Thermalwasservorkommen

Die Nutzung der Tiefenerdwärme zur Stromerzeugung ist in Ingolstadt nicht wie im Voralpenland (Molassebecken) möglich. Denkbar ist jedoch die Einbindung der Wärme aus Thermalwasser in das Nahwärmenetz.

5. Ökologische Landwirtschaft und ein Energiemischwald

Als Klimaschutzmaßnahme, zur Wurzelraumbildung und für die Naherholung schlage ich die kleinräumige ökologische Landwirtschaft um Ingolstadt und die Gestaltung des zweiten Grüngürtels mit einem Energiemischwald vor.

Keine zukunftsfähige Energieversorgung in Ingolstadt!

Der Landkreis Fürstenfeldbruck wird bis zum Jahr 2030 energieautark und das Land Schweden importiert bereits im Jahr 2020 keinen Tropfen Erdöl und kein Erdgas mehr. In Ingolstadt sind keine Schritte in dieser Richtung erkennbar. Wir tragen immer die Verantwortung für das, was wir tun. Politiker tragen auch die Verantwortung für alles, was sie nicht tun. Unsere schwarzen Kommunalpolitiker kümmern sich nicht um eine zukunftsfähige Energieversorgung in Ingolstadt. Für diese Ideologie des Nichtstuns sind sie verantwortlich.


Ulrich Krumwiede

 

 

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